Lederfesseln im Eigenbau

Zunächst muss man sich das Material besorgen. Schwarzes Gürtelleder (Leder ist leider recht teuer. Der qm kostet zwischen 60 EUR und 125 EUR. Für unsere Zwecke brauchen wir aber recht wenig. Die im folgenden beschriebenen 2 Paar Fesseln haben ca. 10 EUR gekostet), Dornschnallen und geschweißte D-Ringe erhält man in der Sattlerei, fehlendes Werkzeug gibt's im Baumarkt.

Achtung: Alle angegebenen Maße sind die von mir verwendeten. Bei anderen Menschen können Änderungen notwendig sein. Also: vorher den Handgelenkumfang messen.

  1. Einfache Lederfesseln mit Schloss

    Abbildung = Fertige Lederfessel mit Schloss, passend für Hand- und Fussgelenke.

    Mit dem richtigen Werkzeug {Hammer (300 g), Rundeisen (ein alter Meißel, dessen Spitze ich abgesägt habe), Locheisen (4 mm), Telefonzange (zum Biegen des Drahtes, eine zweite erleichtert die Arbeit), Edelstahldraht (3 mm, ein gewöhnlicher Maueranker), verzinkter Draht (1.5 mm, aus einem Bügel, wie man sie in einer Reinigung erhält), scharfes Messer (mit Abbrechklinge), Lineal (30 cm) und in der Mitte zwei Hohlnieten (von Obi). Was noch fehlt sind eine Eisensäge zum Kürzen der Drähte (es ginge alternativ auch ein Bolzenschneider) und eine kleine Eisenfeile} und ein wenig handwerklichem Geschick sollten sich diese Fesseln recht schnell basteln lassen. Sie eignen sich nicht zum Aufhängen des Bottom, lassen sich aber mit Schlössern sichern.

    Man beginnt damit, sich einen passenden Lederstreifen zurechtzuschneiden. Er muss so lang sein, dass man ihn auf der einen Seite bequem umfalten kann, er um das entsprechende Gelenk reicht und dann noch mindestens 20 mm Reserve hat. Er darf nicht zu schmal sein, da er einerseits durch die quer verlaufenden Langlöcher geschwächt wird und andererseits auch bei Belastung nicht einschneiden soll.

    Geschnitten wird mehrfach mit einem scharfen Messer mit mäßigem Druck entlang der Rückseite eines langen Lineals.

    Hierbei legt man sinnvoller Weise eine alte Zeitschrift oder eine Holzplatte unter, um den Tisch zu schonen.

    Anschließend muss man mit dem Locheisen die Löcher an den geeigneten Stellen anbringen. Hierzu legt man das Leder auf eine Holzunterlage, deren Oberfläche beschädigt werden darf, markiert sich die entsprechenden Stellen, setzt das Locheisen an und schlägt kräftig mit dem Hammer darauf, bis sich auf der Unterseite der Schnitt im Leder abzeichnet.

    Durch die äußeren vier der rechten Löcher werden später die Nieten gesteckt, die die Fessel zusammenhalten. Die beiden Löcher in der Mitte sind für den Schließbügel, den ich aus einem 3 mm Edelstahldraht gebogen habe. Man beginnt sinnvoller Weise mit einem U, dass man durch die Löcher schiebt, biegt mit zwei Zangen die Schenkel auf der Unterseite um und kürzt die Enden mit der Eisensäge, so dass sie später sicher vom Leder abgedeckt werden. (Es empfiehlt sich, die Enden mit einer Eisenfeile zu entgraten.)

    Nun kann das Leder nach unten umgefaltet und die Nieten eingesetzt werden (glatten Kopf nach oben). Zum Vernieten braucht man eine harte, ebene Unterlage. (Ich habe meinen Schraubstock verwendet; es eignen sich aber auch ein Stück Flacheisen oder der Kopf eines großen, herumliegenden Hammers.) Um hässliche Abdrücke in den Nietköpfen zu vermeiden und die Treffsicherheit zu erhöhen, setzt man ein Rundeisen auf die Niete und schlägt mit dem Hammer auf dieses, bis die Niete zufriedenstellend zusammengequetscht ist.

    Zum Schluss müssen noch die Langlöcher angebracht werden. Hierbei legt man das Leder am besten schon mal zur Probe um das entsprechende Gelenk und probiert aus, an welcher Stelle das Loch sinnvoll ist. An beiden Enden des Langlochs werden mit Hilfe des Locheisens Löcher geschlagen, die dann durch Schnitte mit dem scharfen Messer entlang des Lineals verbunden werden. Kleine Ecken im Leder, die beim Schneiden stehen geblieben sind, lassen sich mit einer feinen Feile bearbeiten.

    Soll die Fessel verstellbar sein, z.B. für Hand- und Fußgelenke, kann man natürlich mehrere Löcher anbringen, ich empfehle aber hierbei einen Abstand von ca. 20 mm einzuhalten.

    Die frischen Schnittkanten im Leder sehen meistens heller aus und können mit schwarzer Schuhcreme gefärbt werden. Zum Schluss sollte das Leder noch dick eingefettet werden, um es geschmeidig zu machen/halten.


  2. Lederfesseln mit Schnalle

    Abbildung = Fertige Lederfessel mit Schnalle.

    Auch hier beginnt man wie bei den anderen damit, die Lederstücke mit Messer und Lineal zurechtzuschneiden. Als nächstes bastelt man die Schnalle an den Riemen. Hierzu macht man vier Löcher ins Leder, so dass sich das eine Ende umfalten lässt und mit zwei Nieten verschlossen werden kann. Vor dem Vernieten muss aber noch ein Langloch für den Dorn der Schnalle angepasst werden, so dass sich nach dem Knicken des Leders der Dorn sich noch leicht bewegen lässt. Um später das frei hängende Ende des Riemens befestigen zu können, muss in die Lederschlaufe zusätzlich zur Schnalle noch ein eckiger Ring mit den Maßen (25 mm x 10 mm) eingefügt werden. Diesen habe ich mir aus einem 1,5 mm Draht gebogen. Nach diesen Vorbereitungen können die Schnalle und der Ring auf den Riemen gesteckt und dieser vernietet werden.

    Den soweit fertigen Riemen legt man nun mittig auf das breite Lederstück, so dass die Schnalle ungefähr mit dem einen Ende der Manschette bündig liegt und markiert sich die Position, an der der D-Ring befestigt werden soll. Beim Schlagen der Löcher sollte man bedenken, dass das Leder im fertigen Zustand gekrümmt sein soll und daher die Löcher in der Manschette 1 mm enger zusammen liegen müssen, als die Löcher des Riemens. Wenn diese vier Nieten angebracht sind, ist die Fessel fast fertig; es fehlen nur noch die Löcher zum Schließen des Riemens.

    Da die Handgelenkumfänge von Mensch zu Mensch verschieden sind, sollte sich der Sub die Fesseln umlegen und die Stelle markieren, an der der Schnallendorn für ihn optimal den Riemen durchstoßen sollte. Jedes weitere Loch ist eigentlich überflüssig.

    Die Hohlnieten sind meistens nickelhaltig. Wer allergisch darauf reagiert - oder einfach nur vorsichtig ist - kann die Nietenfüße auf der Innenseite der Fessel mit schwarzem Gewebeklebeband überkleben, so dass direkter Kontakt der Haut mit den Nieten vermieden wird.