Bondagetape einmal anders

Wozu braucht man eigentlich Bondage-Tape? Nun ja, zum Fesseln, zum Augenverbinden und manchmal auch zum Knebeln, sehr praktisch, wenn man der Mama seine Freudin mitbringt und nicht möchte, dass sie nachts von irgendwelchem Geschrei aufgeweckt wird.

Da mein Tape (aus UK) leider verbraucht war, brauchte ich natürlich neues. Da noch ein Tag Zeit war, bis zum Besuch, konnte ich noch in Ruhe welches einkaufen gehen. In einem kleinen Erotikladen, nähe Hautnah, wurde ich fündig. Leider hatten sie das Tape aus UK nicht in meiner Lieblingsfarbe, (schwarz, wen wundert's). Dafür hatten sie anderes Tape ("Ribbon Bondage", Made in China) in meiner Lieblingsfarbe und das auch noch satte 5 Euro günstiger, als das UK-Tape. Also nahm ich mir davon doch einfach mal eine Rolle mit.

Nächster Tag, Samstag, Besuch bei Mama. War ein angenehmer und netter Tag, alles lief wunderbar. Mama mag Freundin, Freundin mag Mama, rundum alles schön. Es wurde Abend, es wurde Nacht, und wir gingen ins Bett, um zu kuscheln, intensiv zu kuscheln. Da ich meine Kleine und ihr stimmliches Organ kenne, nahm ich lieber schnell mal das China-Tape zur Hand und wickelte es ihr kurzerhand um Augen und Mund. Die darauf folgende Zeit wurde sehr intensiv und das Tape leistete gute Dienste. Als sie sich wieder etwas erholt hatte nahm ich ihr das Tape wieder ab und was danach folgte, hört sich vielleicht lustig an, aber in dem Moment fand ich es überhaupt nicht amüsant.

Ihr erster Satz war "Ich glaub ich bin high ... high vom Orgasmus, wow..." Ich dachte zunächst ich hätte glanzvolles vollbracht, nur war es nicht meinem Können zu verdanken, sondern dem China-Tape, das, wie ich dann erst feststellte, nach einer Art Lösungsmittel duftete, was meine Kleine immer schön durch die Nase eingeatmet hatte. Erstmal brachte ich sie ins Bad, aber schon beim Aufstehen, neigte sie zu einem schwindeligen Verhalten, musste sich an mir und der Wand festhalten. Sorgenvoll wartete ich vor dem Bad bis sie wieder heraus kam. Ich nahm sie dann an die Hand und wir gingen durch den Flur zurück in's Zimmer. Aber ihrem staunenden Blick nach schien der Flur voller leuchtender oder bunter Dinge zu stecken, ich hatte das Gefühl ein kleines Mädchen durch die neuentdeckte bunte Welt zu führen. Und sie redete sogar wie ein kleines Mädchen. Zurück im Bett sah sie auf einmal bunte Pünktchen an der Decke. Jedoch wollten diese wohl weg, denn sie sagte "Hey, hier bleiben, nicht weggehen, lasst mich nicht allein..." Ich sagte ihr nur dass sie sie gehen lassen soll und dann war auch erstmal Ruhe. Ich dachte schon, ihre Halluzinationen wären nun verschwunden, falsch gedacht. Sie fragte mich nämlich, ob ich wüsste, dass die Pünktchen sich paaren können, es hatten sich nämlich gerade ein blaues und ein gelbes Pünktchen gepaart. Raus kam ein grünes.

Im großen und ganzen war es eine sehr interessante Population von Pünktchen, welche die zu klein waren wurden von den anderen ausgelacht, was aber abnahm, wenn die kleinen zu großen gewachsen waren. Die Nahrung bestand aus Farbe, von denen die Pünktchen so viel essen konnten wie sie wollten und dabei ihre eigene Farbe behielten. Natürlich konnten sie auch sterben, indem sie einfach platzten.

In dem Moment war ich schon sehr besorgt und überlegte, ob das nicht auch noch Auswirkungen auf ihr Gedächtnis haben kann. Ich fragte sie nach meinem Namen und gleich als erstes kam die Antwort "Herrchen" wie aus der Kanone geschossen. Ich sagte ihr dass das nicht ganz richtig ist und sie überlegte, und die Pünktchen überlegten mit ihr mit. Ihre nächste Antwort war "Donald" und bis auf den ersten Buchstaben schon richtig. Sie war sehr enttäuscht als ich ihr meinen richtigen Namen sagte. Als ich dann ihr Sehvermögen überprüfte und ihr drei Finger zeigte antwortete sie sechs. Bei einem Finger sagte sie zwei usw. Sprich sie verfügte nun über doppeltes Sehvermögen. Es war schon ziemlich erschreckend. Irgendwann schliefen wir dann ein.

Am nächsten Morgen wusste sie leider nichts mehr von dem ganzen Mist. Das einzige war, dass sie Kopfschmerzen hatte. Als ich ihr alles erzählte hob sie nur die Augenbraue, als hätte ich nicht alle Tassen im Schrank. Jetzt hinterher ist es irgendwie lustig, aber in jener Nacht hatte ich einfach nur Angst, es könnte dauerhaften Schaden hinterlassen. Da ich ja mit Menschen unter Drogeneinfluss auch noch gar keine Erfahrungen hatte, war ich im ersten Moment auch sehr, sehr ratlos. Ich rate jedem Tape zu meiden, das seltsam nach Lösungsmittel duftet. Ich hatte es leider erst danach bemerkt. Alles in allem eine "interessante" Erfahrung.

© 2005 by Romualdo aka Ronald

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