Erlebnisbericht einer Stammibesucherin

So richtig DEN Stammi in Hamburg gibt es nicht. Sicher, der Tisch ist immer im Variable und meistens in der selben Ecke. Aber ihr braucht euch nicht vorstellen, dass sich da seit Monaten und Jahren immer dieselben Nasen treffen und immer wieder dasgleiche erzählen.

Ich gehe seit ca. eineinhalb Jahren recht regelmäßig am 3. Samstag im Monat ins Variable. Es gibt noch eine Handvoll, die ebenso lang dabei sind, Leute, die immer mal wieder auftauchen, Leute, die einmal und dann nie wieder vorbeischauen und Leute, die später dazugekommen sind. Es kommen unterschiedliche Menschen zusammen, von 14 und noch in der Schule angefangen bis Mitte 20, schon mit Berufserfahrung oder fast-fertigem Studium. Wir haben auch unterschiedliche Hobbys und unterschiedliche Charaktere.

Wenn jemand erstmal nicht viel sagt, wird er auch nicht schief angeschaut oder belächelt. Wir protzen auch nicht mit unseren SM-Erfahrungen, sondern tauschen uns aus. Und wenn es noch keine Erfahrungen gibt, dann redet man eben über Vorstellungen und probiert in der Theorie schon mal Techniken aus. Oder man verabredet sich zum Bondage-Workshop (=Fesselübungen).

Da Hamburg eine der größten SM-Szenen hat, kommt hin und wieder auch Besuch von den anderen SMJG-Stammtischen, zum Beispiel aus Berlin oder Oberhausen. So erfährt man, was in anderen Städten szenemäßig los ist und startet eventuell einen Gegenbesuch.

Wer zum Stammmi kommt, nur um ganz schnell die perfekte SM-Beziehung zu finden, wird bestimmt enttäuscht. Die Möglichkeit nette Freunde kennenzulernen, die dieselben sexuelle Vorliebe haben und mit denen man auch mal auf eine Gothic/Fetisch/SM-Party gehen kann, hat man auf jeden Fall. Und Partys, inbegriffen der Tanzparty von nebenan, gibt es in Hamburg genug. Es gab auch schon gemeinsame Einkaufsbummel, Videoabende oder "Spiele"abende.

Und da der Stammtisch durch jedes neues Gesicht und durch jede andere Sichtweise nur profitieren kann, freuen wir uns über jeden, der die Zeit findet vorbeizuschauen.